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Cover von Ingos Buch Ingos Erfahrungen als Organisator des „TE-FR 2012. Das Buch hat 205 Seiten. ISBN 978-3-95488-207-6. Preis: 12 Euro. Alle Bücher können beim "Engelsdorfer-Verlag" bestellt werden. Gern können die Bücher auch bei Ingo direkt bestellt werden und er schreibt eine Widmung hinein. Cover von Ingos Buch ingosbuchText3
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DailyReport

 Übersicht

 Vorberichte
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 Nachberichte

Bautzen nach Eibau-Walddorf / 03.09.2001
50.5 km / 420.6 km gesamt
31.4 mi / 261.3 mi gesamt
33 tnamstart / 33 tngewertet

berichtezur 6. etappe

Tageswertung

1. 34 Hubert Karl Deutschland 4:18:21
2. 12 Guus Smit Niederlande 4:27:32
3. 31 Franz Häusler Deutschland 4:34:36
 

Gesamtwertung

1. 03 Rainer Koch Deutschland 33:39:44
2. 09 Henry Wehder Deutschland 33:55:28
3. 11 Rene Strosny Deutschland 34:50:11

deDirk Wackernagel6. Etappe
deIngo SchulzeDie Schlussetappe
deRonald Nickel6. Etappe


 

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6. Etappe

Dirk Wackernagel


Heute war der Tag, für den alle Aktiven, Organisatoren, Betreuer, Masseure und Helfer sechs Tage gekämpft haben. Nach 420,6 Kilometern erreichten 33 von den insgesamt 46 an den Start gegangenen Läuferinnen und Läufern das Ziel am anderen Ende der Spree.
Gestartet in Berlin-Charlottenburg auf der Internationalen Funkausstellung im Rahmen des ARD-Morgenmagazins, verlief dieser Ultraklassiker (mit dieser 2. erfolgreichen Auflage ist es zweifelsohne einer geworden - Glückwunsch Ingo!) durch Neu Zittau, Beeskow, Lübbenau, Cottbus, Spremberg, Bautzen zur Spreequelle bei Ebersbach in der Oberlausitz.
Guildo Horn, wenn Du das hier lesen solltest, Deine Startschüße haben funktioniert. Wir sind angekommen! Plane Deinen nächsten Auftritt bei uns in Berlin-Spandau am 13. August 2002 schon mal ein!


Für jeden einzelnen waren die letzten Tage trotz gemeinsamen Kampfes und gemeinsamer Unterbringung unterschiedlich verlaufen. Ob Genuß oder Kampf, es war so ziemlich alles dabei, was bei derartigen Läufen möglich ist. Nicht mal die "Sauwetter-Etappe" hat gefehlt.

Es war versöhnlicherweise nach der Regenetappe am Vortag ein sonniger, wenn auch frischer Sonntagmorgen. Heute etwas später, starteten die Läufer um 9 bzw. 10 Uhr vom Bautzener Buttermarkt in Richtung Gesamtziel. Der Grund: Ein rauschendes Spreequellfest sollte für den Empfang der Cracks am Kottmar sorgen. Ingo Schulze hatte in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und der Freiwilligen Feuerwehr von Eibau-Waldorf alles Erdenkliche für einen tollen Tag organisiert.
Ich gesellte mich (angesichts meines Handikaps am rechten Bein war ich damit gut beraten) zur ersten Gruppe dazu, um am Ziel nicht gar so weit hinter der Spitze ins Ziel zu kommen. Das Fest und den "Einmarsch der Spreegladiatoren" wollte ich auf keinen Fall verpassen, die hübschen Chearleaders schon gar nicht.

Die heutige Etappe hatte deutlich mehr Profil, als die vorangegangenen flachen 370 Kilometer.
Seit Bautzen waren Steherqualitäten am Berg gefragt. Den Zieleilauf mußte man sich dann besonders hart erkämpfen. Ein etwa drei bis vier Kilometer relativ konstanter aber kräftiger Anstieg mußte bewältigt werden. Aber das konnte uns, die wir bisher alle Hürden genommen hatten, auch nicht mehr schocken. Der bevorstehende Triumpf und auch schon der Duft der gegrillten Spezialitäten und das frisch gezapfte Eibauer Schwarzbier zogen uns magisch an. Der Adrenalinspiegel stieg mit jedem Höhenmeter. Als dann noch die Festmusik ins Ohr drang, waren alle Strapazen der letzten Tage wie weggeblasen.
Hubert Karl ließ heute nichts anbrennen. Seine Spartathlon-Vorbereitung fand mit diesem Lauf einen hervorragenden Abschluß. Die Spitze anführend, ließ er sich den Tagessieg nicht nehmen.
In souveräner Manier legte er einen konstanten Lauf auf hohem Niveau aufs Parkett. Hier spürte man schon ganz deutlich, daß er kein heuriger Hase auf solchen Strecken sein konnte.
Die drei in der Gesamtwertung führenden Rainer Koch, Henry Wehder und Rene Strosny ließen es heute ruhiger angehen. Rene hatte ähnliche Probleme wie ich zu bewältigen (Knochenhautentzündung). Ihm ging es auch nur noch um das Ankommen, ohne die Bein- Probleme zu verstärken.

Das Spreequellfest war dann auch der geplante Höhepunkt eines grandiosen Laufes. (Die Stadt Berlin hatte sich im Vorjahr dagegen als Flop sondersgleichen präsentiert) Die Stimmung war einfach perfekt. Der Höhepunkt war die Zellebrierung einer Siegerehrung, wie man sie sich nicht besser vorstellen kann. Jeder einzelne Läufer und die beiden Läuferinnen wurden gesondert gewürdigt. Der Beifall der Gäste war die wohlverdiente Genußdusche für alle Beteiligten.
Stellvertretend für alle Aktiven bleibt mir nur noch zu sagen: Danke Euch allen, die Ihr diesen Lauf so gelungen organisiert habt. Ingo, Du als Perfektionist wirst bestimmt sagen, Dies oder Jenes kann noch verbessert werden. Du hast recht. Den erfolgreichen Verlauf einer so gigantischen Veranstaltung wirst Du aber sicher auch genießen. Die Anerkennung der Läufergilde ist Dir sicher. Dein Name verbunden mit Deinem Organisationstalent ist inzwischen in Deutschland ein Markenzeichen geworden! Für die 3. Auflage von der Mündung zur Quelle drücken wir Dir heute schon die Daumen. Alles Gute dafür!

Die Schlussetappe

Ingo Schulze

Heute wurde erst um 07:00 Uhr geweckt. Es war die Schlussetappe unddie Stadt Eibau hatte darum gebeten, dass die Läufer zum „Spreequellfest“ um etwa 14:00 Uhr einlaufen. Nach dem müden Empfang, im letzten Jahr in Berlin, waren wir auf den Einlauf und Empfang in Eibau-Walddorf gespannt. Einlauf beim „Spreequellfest“ hörte sich schon sehr vielversprechend an und wir sollten nicht enttäuscht werden.

Lothar Eberhard, unser rasender Reporter, wollte sich auf seinen Draht schwingen, um mit Horst Straube vorauszufahren. Er musste leider feststellen, dass ein netter Zeitgenosse in der Nacht beide Reifen zerstochen hatte.

Die Sonne lachte und es versprach ein herrlicher Tag zu werden. Man muss halt nur den Kontakt nach oben pflegen, dann läuft alles wie von selbst!

Horst war mit seinen Mannen bereits unterwegs, wahrscheinlich, weil er das „Eibauer“ beim „Spreequellfest“ nicht abwarten konnte!? Heute startete die erste Gruppe mit etwa fünf Minuten Verspätung. Es wurden noch Aufnahmen gemacht und die Presse stellte noch einige Fragen. Dann war es soweit: Auf zur letzten Etappe!

Die Markierung war wieder sehr eindeutig und doch war sie heute an einigen Stellen doch etwas mager. Hansi und Inge waren heute weniger angespannt, da sie heute nicht einkaufen mussten und so übernahmen sie die Ergänzung einiger Teilabschnitte der Markierung.



Später erfuhr ich von einem Verkehrsunfall, der sich etwa fünf bis sechs Kilometer nach dem Start der zweiten Gruppe ereignet hatte. Ein Fahrzeug mit offenbar zu hoher Geschwindigkeit kam ins Schleudern, überschlug sich und blieb auf der Seite liegen. Karl Heinz Wiegand und Hinrich Peters waren zur Stelle und befreiten zwei Damen, im Fahrzeug, aus ihrer misslichen Lage. Diesen beiden Teilnehmern sei recht herzlich gedankt. Es ist einerseits eine Selbstverständlichkeit das man hilft, andererseits haben diese beiden Läufer auch kein Aufsehen darum gemacht, indem sie womöglich um ihre verlorene Zeit feilschen wollten.

Ich versuchte heute an jedem Versorgungspunkt zu sein, weil wir heute viel Fremdpersonal hatten. Ich wollte heute, dass die Betreuer zeitig im Zielbereich sind, damit sie ihre Läufer und Läuferinnen kümmern im Zielbereich beglückwünschen konnten. Henry hatte einige Leute finden können, die hier mitwirken konnten.

Leider kam ich nur bis zum 2. Verpflegungspunkt, da erreichte mich ein Anruf von Frank Tröger, Er war der Moderator beim „Spreequellfest“. Er  wollte noch einige Auskünfte von mir. Als ich ihm aber sagte, dass ich gegen 13:00 Uhr vor Ort sein wollte, hatte sich das vorläufig erledigt. Wir konnten die Details noch rechtzeitig  im Zielbereich besprechen.

Ich suchte nach einer Möglichkeit, möglichst schnell nach Eibau-Walddorf zu kommen, konnte es mir aber nicht verkneifen, immer mal wieder auf die Strecke abzuweichen. Im Bereich Sohland traf ich meine Streckenmarkierer. Horst hatte offenbar ein Problem mit seinem Fahrrad. Ich fuhr langsam weiter und war etwas irritiert als mir Hansi und Inge entgegenkamen. Sie waren hier mit der Streckenmarkierung beschäftigt. Sie hätten für mein Dafürhalten aber in meine Richtung markieren müssen? Auch hier gab es ein Brückenproblem und ich ging davon aus, dass es damit zu tun hatte.

Auf meinem weiteren Weg nach Eibau-Walddorf ging es mir immer wieder durch den Kopf, ob ich recht hatte oder nicht? Es kam, wie es kommen musste, Inge rief an  und erzählte mir von einem Markierungsproblem. Im Moment war ich aber nicht in der Lage, nachzuvollziehen, ob es mein Problem von vorhin war oder ein neues. Ich bat Inge darum, dass sie sich beeilt mit der weiteren Erkundung, bis sie wieder auf Horst trifft. Eile war auch geboten, weil auch die Läufer irgendwann auftauchten. Nach meinem Zeitplan hatten sie für ihre Maßnahmen noch beinahe eine Stunde Zeit. Ich rief Horst an. Horst sagte, dass sich alles im grünen Bereich bewegt. Ich konnte meinen Puls also wieder auf normal bringen.

Sigurd Dutz musste nach der 2. Etappe aussteigen und übernahm mit seiner Frau Heidrun die Versorgung der Teilnehmer. Auch er war heute am Start und lief, als Starter der 1. Gruppe, weit voraus. Irgendetwas stimmte heute nicht. Es liefen Teilnehmer voraus, die ich weiter hinten vermutete. Was ich bis zu diesem Zeitpunkt aber nicht wissen konnte, war das Vorhaben der Spitzenläufer, dass sie sich am letzten Tag zurückhalten wollten. Ihre Positionen der ersten drei Plätze waren ohnehin unantastbar und sie wollten nicht als erste einlaufen. Es war eine nette und kameradschaftliche Geste. Sie konnten sich untereinander natürlich in der noch Platzierung gefährden, denn die Abstände waren nicht weit auseinander.  Bis zum Zieleinlauf in Bautzen sah es noch recht eng aus. Von Koch zu Wehder waren es nur 7:19 Minuten und dazwischen lag Strosny. Am letzten Tag hieß es auch für sie kämpfen und gegenseitig im Auge behalten.

Ich erreichte Eibau und traf hier einige Feuerwehrleute und Herrn Zschietschmann. Sie waren schon alle auf Posten, was allerdings noch viel zu früh war. Ich sagte ihnen, dass es noch mindestens eine Stunde dauert, bis der erste Läufer Eibau erreicht. Eine Frau sagte darauf, dass ja dann noch kurz heim kann, um Kaffee zu kochen und eine andere wollte schnell noch Kuchen besorgen. Es waren noch weitere Feuerwehrleute anzutreffen und ich freute mich darüber, dass in diesem Bereich wirklich alles getan wurde, um den Teilnehmern des „2. Internationalen Spreelaufes“ einen angenehmen Einlauf ins Ziel zu bereiten.

Als ich bei einem weiteren Feuerwehrposten eintraf, rief Inge wieder an. Der Verlauf der Strecke war ihrer Meinung immer noch nicht eindeutig. Mir liefen einige Schweißperlen von meiner hohen Stirn und es kam ein banges Gefühl auf. Sollte ausgerechnet wenige km vor dem Ziel eine Panne passieren? Sie sollte jetzt haargenau nach der Streckenbeschreibung verfahren. Horst beruhigte mich ein zweites Mal und auch Inge meldete sich kurz darauf mit einer Positivmeldung, puh!

Kurz vor der Spreequelle stieg ich aus meinem Fahrzeug und suchte nach einem Baum, der breiter war als ich, dieser wurde aber schnell gefunden. Gruppen von Fußgängern waren auf dem Weg zum „Kottmar“ um das „Spreequellfest“ zu besuchen. Eine Familie blieb an meinem Fahrzeug stehen und betrachtete die Aufkleber. Ich machte wieder ein glückliches Gesicht und stellte mich ihren Fragen. Sie berichteten mir, dass sie den „Spreelauf“ aufmerksam verfolgten und das ihre Bekannte, Jana Richter, auch mitläuft. Na klar, Jana Richter lief die letzte Etappe mit und wie ich später erfuhr, war sie eine Weltreisende in Sachen Sport und laufen.

Im Zielbereich traf ich den „Ortsrumsteher“ Frank Münnich und den Moderator Frank Tröger. Es gab noch einiges zu besprechen. Uwe schenkte mir schon mal ein „Eibauer“ ein. Dann bereitete ich mich auf den Zieleinlauf vor.

Es wurde ein reichhaltiges Programm geboten und das Fest lief bereits seit 10:30 Uhr mit einem Frühschoppen und Böhmischer Blasmusik. Es folgten Tanzgruppen der OKG „Bonanza“, und Gesang mit den „Spreequellfinken“, Artistik-Schönbach, das Jugendblasorchester Bautzen, der Männergesangverein Obergurig, das Dorfensemble Walddorf und um 17:30 Uhr sollte der Einmarsch der Läufer mit anschließender Siegerehrung stattfinden. Die Tanzgruppe OKG (Cheerleader) war mit einer Luftballonaktion dabei, dazu aber später.

Ich bekam einen Anruf, dass unsere Läufer, die nur an der Schlussetappe teilnahmen, sich auf der Zielgeraden befanden. Mir war dabei nicht ganz wohl, denn ich hatte die ersten Drei, also die Spitzenläufer erwartet. Wie aber schon gesagt, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, das sich die Spitzengruppe zurückhielt und einen Dreikampf unter sich ausfochten.

Jana Richter, Ralf Noack und Christine Freter kamen gemeinsam als erste ins Ziel. Der Moderator stellte sie als „Gastläufer“ vor. Der Gastläufer, Eberhard Scholze aus Ebersbach, war heute der mit 64 Jahren der älteste Teilnehmer. Er legte die Strecke über 50,5 km in 4:53,40 Stunden zurück. Er war damit in der Gesamtwertung des Tages auf dem 9. Platz

Nach und nach trafen die Teilnehmer einzeln oder in kleinen Gruppen ein. Jeder wurde mit Beifall empfangen. Zwischendurch wurde immer wieder das „Spreeläuferlied“ gesungen. Das diesjährige „Spreequellfest“ stand im Zeichen des Sports. Die Teilnehmer fühlten sich angesichts soviel Teilnahme sehr geehrt.

Dann begannen die Vorbereitungen für den Einmarsch der Läufer und Betreuer. Die Cheerleaders nahmen mit großen Luftballonbündeln in einer Spalierformation Aufstellung. Mit flotter Musik marschierten alle „Spreelaufbeteiligte“ unter dem Spalier der hübschen Mädchen mit ihren Luftballons ins Richtung Bühne. Auf der Bühne wurde es mit den Musikern und den Teilnehmern recht eng.

Frank Tröger stellte sich vor der Bühne auf  und nahm die Siegerehrung vor.


Rainer Koch  in  33:39,44 Ruth Jäger  54:31,48
Henry Wehder  in 33:55,28 Sigrid Eichner  58:23,22
Rene Strosny  in 34:50,11



Die Sieger erhielten jeder einen großen Pokal, welche von der Gemeinde Eibau-Walddorf gestiftet wurden. Dazu kamen einige Sachgeschenke, von der „Münch-Bräu „ Brauerei und ein kleines Geschenk vom „Marktgraf von Spandau“ und Gattin. Sie kostümiert aus der Zeit von Ludwig des IV.

Die Drei Erstplatzierten ließen jeder einen großen Bund Luftballons in den Himmel steigen. Dann erfolgte die Siegerehrung der Frauen. Hier war Frank Tröger etwas zu schnell, denn die Frauen hätten ebenso an der Luftballonaktion beteiligt werden müssen. Das ist leider etwas untergegangen und ich habe auch nicht reagieren können, weil ich nicht wusste, wie es weitergeht. Rut Jäger fragte schon nach, ob im nächsten Jahr auch Luftballons vorhanden sind? Gern hätte ich es den Frauen auch gegönnt. Wie heißt es aber immer so schön? Das ist eben life!

Anschließend nannte ich jeden Teilnehmer und ließ ihn vortreten. Zu den meisten sagte ich noch einige Worte. Ich merkte allerdings auch, dass mir die Zeit im Nacken saß, denn das „Spreequellfestprogramm“ war noch nicht zu ende und ich musste von der Bühne verschwinden. Gern wäre ich noch auf jeden Betreuer eingegangen, aber der aufmerksame Beobachter hat sicherlich die Situation erkannt. Sollte ich mich also bei irgendjemand nicht ausdrücklich bedankt oder ihn nicht erwähnt haben, so lag es nicht in meiner Absicht, sondern in der Zeit die mir auch in der übrigen Zeit immer wieder im Nacken saß. Heute, wo ich so vor mich hinschreibe, fällt mir doch noch einiges ein, was ich alles machen und sagen wollte. Vieles muss aus dem Stegreif gemacht werden, es muss improvisiert werden und man ist dann froh, wenn es zum Schluss hinhaut. Man sollte daher das Gesamtbild betrachten und nicht auf Einzelheiten, die einem selbst betreffen.

Frau Kühn vom Skiclub Kottmar bereitete uns ein sehr gutes Abendessen und ein ebenso gut nettes Frühstück. Tölpelhafterweise bin ich mit meinem Auto noch über die Auslaufspur der Skispringer gefahren. Als Sportler hätte mir das nicht passieren dürfen. Herr Kühn machte mich darauf aufmerksam und es war mir recht peinlich.

6. Etappe

Ronald Nickel

Es ist bewölkt das Unwetter von gestern hat sich gelegt, es sollen mehr als 100Liter/qm gefallen sein. Die Spree hat Hochwasser, die Wege sind aber gut zu laufen. Heute laufe ich wieder etwas flotter, allerdings ohne mich zu verausgaben. Auf durch letzten die Ortschaften sorgen die örtlichen Feuerwehren dafür das alles Reibungslos läuft. Auch hier immer wieder Zurufe wie "Es ist gleich geschafft". Der Kottmar liegt vor mir, eine lange Gerade Bergauf, dann nach rechts, es geht an der Quelle vorbei, auch die letzte Steigung kann ich noch locker erklimmen, ohne Gehpause.
Der Zieleinlauf ist dann direkt am Spreequelfest, hier haben wir einige hundert Zuschauer, auch die Siegerehrung findet vor einem großen Publikum statt. Alle Läufer stehen auf der Bühne als Luftballons in die Höhe steigen.
Bei einigen Teilnehmern des Spreelaufes läuft auch die ein oder andere Träne die Wange herab.
51km in 4:54:24
mit einer Gesamtlaufzeit von 43:09:48 bin ich sogar noch mehr als eine Stunde schneller als im letzten Jahr und ich belege damit den 13.Platz in der Gesamtwertung.

Zum Schluss möchte ich noch ein Lob loswerden, das Kamerateam des ORB hat sich dezent und auf keinen Fall störend verhalten, ich hatte immer den Eindruck es geht um den Lauf und die Leistung der Läufer. Ein Effekthascherei wie "kippt irgendwo ein Läufer um" oder "wo gibt es hier kaputte Füsse" wie zuletzt in Klopein konnte ich nicht beobachten. Es war ein erfreulicher Augenblick einem Kamerateam auf der Strecke zu begegnen.

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