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aus 2 Nationen
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Frauen: 5
juengsterMann 1980
aeltesterMann 1938
juengsteFrau 1957
aeltesteFrau 1940
kuerzesteEtappe 50.5km
laengesteEtappe 83.9km
Ø etappe 24.7km
Ingo Schulze
Hauptstraße 52
72160 Horb - Nordstetten
Tel: 0049 (0) 7451/4615
Fax: - 624756
Mobil: 0171 / 42 51 435
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Ingos Erfahrungen als Organisator des „TE-FR 2012. Das Buch hat 205 Seiten. ISBN 978-3-95488-207-6. Preis: 12 Euro. Alle Bücher können beim "Engelsdorfer-Verlag" bestellt werden. Gern können die Bücher auch bei Ingo direkt bestellt werden und er schreibt eine Widmung hinein.
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uebersicht
Nicht mehr lange bis zum Start
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Alles ist aus
Etwa zehn Tage vor dem Start meldete sich Karin Jäckel mit der Information, dass sich das „ARD Morgenmagazin“ bei ihr gemeldet hat und ob man sich vorstellen könnte, dass der Start nicht in Spandau auf dem Marktplatz, sondern in Charlottenburg bei der Internationalen Funkausstellung“ stattfinden könnte. Meine Reaktion war natürlich ein sofortiges „Ja“. Es ist nicht nur so, dass wir ins Fernsehen kommen, sondern mit solchen Aktionen wird der Ultralangstreckenlauf der Öffentlichkeit näher gebracht.
Man sollte doch einmal eine Befragung durchführen, ob die Leute
etwas über den Ultralangstreckenlauf wissen. Die Information macht
in der Regel bei der Marathondistanz von 42.195km dicht. Alles andere ist
für den Fernsehsportler in seinem Ohrensessel nicht nachvollziehbar,
wie auch? Als ich vor über 20 Jahren etwas über einen 100 km
Lauf hörte, war ich hell begeistert. So etwas wollte ich auch mal
machen. Wie sollte es aber mit dem Schlafen, Frühstück, Mittag-
und Abendessen funktionieren und wer schleppt mir meinen Koffer hinterher?
Als ich die Palette von Fragen einem Läufer vorlegte, runzelte der
erst einmal die Stirn und schaute mich lange an. In seinem Gesicht war
zu lesen: „Willst du mich verarschen?“ Ich wurde aufgeklärt und nun
konnte er in meinem Gesicht lesen: „ Willst du mich verarschen?“ Es ist
halt für den Nichtwissenden nicht nachvollziehbar und das müssen
wir, als Ultralangstreckenläufer verstehen.
Es ging in die Endphase. Ich fragte telefonisch alle Polizeidienststellen,
Ordnungsämter, Forstbehörden, Ordnungsämter, Verpflegungsstellen,
Sanitäter, Hallenwarte und alle die mit der Sache zu tun hatten, ab.
Jeder hob seine Hand und meldetet, dass alles klar ist und wir erwartet
werden.
Ich stellte einen Ausrüstungsplan zusammen. Es wurden 2.500 Trinkbecher,
Servietten, Plastikgeschirr, Salzbonbons, Traubenzucker, Plastikbeutel,
Wasserkanister, Signalflaggen, Ordnerarmbinden, Warnwesten, Büro-
und Schreibmaterial, Laptop, Drucker, Diktiergerät, Werkzeug, Sonnenschirme
und sonstiger Kram eingepackt. Immer wieder ging ich meine Listen durch
und überprüfte die Ausrüstung, Unterlagen usw. Es fiel mir
immer etwas neues ein und es wurde Zeit, dass ich die Haustüre zumachte.
Beim Schließen der Haustüre schaute ich noch auf mein Gerüst,
an dem ich mir nicht ein einziges Mal, beim Verlassen des Hauses den Kopf
stieß. Seit vier Wochen stand das Gebilde schon da und ich hoffte
es nach meiner Rückkehr nicht mehr zu sehen.
Der Zeitpunkt war da und die Haustüre konnte endlich geschlossen werden. Die Firma KITTEL aus Sindelfingen überließ mir zu den allergünstigsten Konditionen einen „Sprinter“ Bus. Dieser wurde mit Sachen der Firma ULTRA SPORTS und POWER BAR bepackt. Dazu kam die gesamte Ausrüstung. Das Fahrzeug wurde von mir gefahren. Inge und Hansi waren Bei-fahrer. Mein Pkw wurde von meinem Sohn Thomas gefahren. Er nahm Sebastian mit. Die Teilnehmer Thomas Dornburg und Jürgen Schlotter nahmen hinten, gegen einen kleinen Fahrkostenzuschuss, Platz. Die Reise konnte losgehen.
Die Autobahn war wenig befahren und wir kamen nach Berlin gut
durch. Wir konnten den Empfang der Teilnehmer vorbereiten. Klaus-Dieter
Hartmann (Hardy) zeigte uns die Streckenänderung und ich war erfreut,
dass die Änderung ohne große Probleme bewältigt werden
konnte. Der Eingang zur Turnhalle war noch verschlossen und die Hausmeisterin,
Frau Schmelter, befand sich auf einer Geburtstagsfeier. Glück muss
der Mensch haben, ein Mitarbeiter der Stadt betrat gerade das Areal und
ich konnte ihm klarmachen, dass ich gern meine Fahrzeuge abstellen möchte.
Frau Schmelter zog mir später die Ohren lang. Wer aber die Hausmeisterin
etwas besser kennt, der weiß, dass sie ein großes Herz hat,
auch wenn sie nach außen hin etwas schroff erscheint, sie ist halt
gewöhnungsbedürftig.
Am nächsten Morgen nahm ich Verbindung mit dem Aufnahmeleiter
und den Kameraleuten auf. Es musste noch besprochen werden, wie der Start
am nächsten Tag erfolgen soll und wer für ein Interview in Frage
kommt. Der Aufnahmeleiter wollte einen der Erstplazierten vom „Spreelauf
2000“ und so kam nur Rene Strosny in Frage. Als Frau schlug ich Ruth Jäger
vor. Die Beiden sollten vor der Sendung noch geschminkt werden. Ich bereitete
Ruth und Rene vor und nannte ihnen einen Fragenkatalog von mögliche
Fragen auf die sie sich vorbereiten konnten. Ruth erzählte mir später,
dass sie deshalb eine unruhige Nacht hatte.
Die Teilnehmer trudelten im Laufe des Tages allmählich ein. Thomas
übernahm die Registrierung und Sebastian hatte noch mit seinem Programm
zu kämpfen. Simone Gernetzky hatte im letzten Jahr teilnehmen wollen,
musste aber wegen eines Gipsbeines absagen. Es war schade, dass ich sie
auch in diesem Jahr nicht dabei hatte, aber sie bereitete sich auf den
„Spartathlon“ vor. Simone wollte sich aber um weiteren Transportraum für
den Transfer der Läufer nach Charlottenburg kümmern. Später
stellten wir fest, dass der Transportraum beim besten Willen nicht ausreichte.
Simone übernahm die Bestellung eines Sammeltaxis. Die 35,00 DM mussten
für einen Fernsehauftritt übrig sein.
Heinz Jäckel übergab mir einen Bilderrahmen von Joey Kelly
mit einer kleinen Widmung und Autogramm. Joey stand kurze Zeit auf meiner
Anmeldeliste. Ich hatte ihn auch beim DL98 für eine Etappe auf der
Liste. Er musste dann allerdings kurzfristig wegen einer Plattenaufnahme
in Nizza absagen. Damit waren etwa 300 Schüler und Schülerinnen
in Assamstadt traurig. Sie hatten für Joey drei Stunden schulfrei
bekommen.
Gegen Abend kam der Bezirksbürgermeister von Spandau, Herr Birkholz,
der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg, Herr Statzkowski und
der Stadtrat, Herr Hanke. Aus Eibau kam der Ortsvorsteher, Herr Münnich
und ein Mitglied des Gemeinderates Eibau-Walddorf, Herr Rößler.
Mit beiden „Eibauern“ hatte ich schon ein freundschaftliches Verhältnis,
so dass wir uns im weiteren Verlauf auf ein DU einigten. Frank Münnich
nahm es mir daher nicht übel, als ich ihn irgendwann mit „Ortsrumsteher“
ansprach. Die Umstehenden lachten und er hatte seine neue Amtsbezeichnung
weg. Frau Pawlik von der „Münch-Bräu“ Brauerei war mir durch
Telefon, Fax, Handy und Email inzwischen bestens bekannt und so lernte
ich sie einmal persönlich kennen.
Um
18:00 Uhr, nach dem Abendessen der Teilnehmer und Betreuer, war der Empfang
in der Schulaula vorgesehen. Das Abendessen wurde vom DRK Spandau zubereitet.
Es war gut und reichlich. Das Frühstück bestellte ich jetzt schon
auf 07:00 Uhr. Mit einer kleinen Verzögerung konnte ich den „2. Internationalen
Spreelauf“ offiziell eröffnen. Nach einer kleinen Einführung
meinerseits, übernahmen die Bezirksbürgermeister und Frau Pawlik
das Wort. Anschließend stellte ich den Spreelauf anhand verschiedener
Schautafeln vor. Gegen 19:45 Uhr konnten wir zum gemütlichen Teil
übergehen. Vor dem Schulgebäude gab es das Getränk, dessen
Preis seit über tausend Jahren gleich ist, das FREIBIER. Wir ließen
es uns schmecken. Uwe Decker, Verkaufsleiter der „Eibau-Brauerei“ in Berlin,
schenkte uns das vielgepriesene preisstabile Bier aus. Er war ein unkomplizierter
Mensch und wir freuten uns jeden Tag, wenn er am späten Nachmittag
wieder bei und war. Die einen freuten sich auf ein lockeres Gespräch
mit ihm, die anderen konnten das „Preisstabile“ kaum erwarten und Inge
freute sich auf seine Anwesenheit, weil sie dann die Fahrzeuge wieder bestücken
konnte. Ein dreifaches PROST, auf Uwe!!!
Die „Spreeläufer“ legten sich gegen 22:30 Uhr schlafen, nachdem
jeder seine Ecke in der Turnhalle in Beschlag genommen hatte. Ich setzte
mich noch kurz hin und ging meinen Zeitplan für den nächsten
Tag durch. Mir war leicht mulmig.
Wird
es alles nach Plan ablaufen? Gerade der Start bzw. der erste Tag ist wichtig
für den weiteren Verlauf. Es war mir schon jetzt klar, dass das eine
oder andere nicht planmäßig verlaufen wird. Es musste aber nicht
gleich am ersten Tag sein. Zu meiner Beruhigung war für den Starttag
schönes Wetter angesagt, auch das ist wichtig, auch wenn ich darauf
keinen Einfluss habe, aber die Stimmung ist gleich eine andere. Mit dem
Gedanken: „Es wird schon schief gehen“, legte ich mich schlafen.
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Berlin-Spandau nach Neu Zittau / 28.08.2001
54 km / 54 km gesamt 33.6 mi / 33.6 mi gesamt 46 tnamstart / 46 tngewertet |
Tageswertung
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Gesamtwertung
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05:30 Uhr Wecken und anschließend die Sachen packen
06:00 Uhr Frühstück durch das DRK Spandau e.V.
06:30 Uhr Verstauen der Gepäckstücke in das Gepäckfahrzeug
06:45 Uhr Abfahrt nach Charlottenburg
07:00 Uhr Eintreffen in Charlottenburg bei der IFA, Halle 21, Tor 21
07:25 Uhr Die Läufer und Teilnehmer nehmen Platz im Studio der ARD
07:55 Uhr Start zum „2. Internationalen Spreelauf“ im Studio
Der Zeitplan konnte in etwa eingehalten werden. Rene und Ruth
kamen gleich in die Maske und sollten für das Interview geschminkt
werden. Es war wie im richtigen Leben: Der eine wird geschminkt und stirbt
vor Aufregung tausend Tode und dem anderen wird das Mikrophon vor die Nase
gehalten.
Auf einem Monitor konnte man verfolgen, wer gerade im Bild war. Die Bilder
wurden als Lifeaufnahme direkt gesendet. Es wurden einige Läufer interviewt.
Mein Sohn Reinhard berichtete mir gleich aus der Heimat. Die Werkfeuerwehr
der DaimlerChrysler AG verfolgten die Sendung und meinten, dass ich mir
vorher hätte die Haare kämmen sollen! Haare, was meinten die
damit?
Überraschend war auch für mich, dass Guildo Horn den Startschuss
geben sollte und dieses tat er sehr gründlich. Es war nicht nur ein
Startschuss, sondern gleich fünf. Er war ein Typ wie er sich auch
im Fernsehen, bei seinen Auftritten, gibt. Nicht gerade mein Fall, aber
sehr witzig. Nachdem die Läufer, unter der Führung von Klaus-Dieter
das Studio verlassen hatten, wurde ich noch vom Sender „Freies Berlin“
interviewt.
Es zog sich eine Weile hin, denn auch das war eine Lifeaufnahme und es
musste auf den Einsatz gewartet werden und der verschob sich durch Werbung
und irgendwelcher informativer Durchsagen. Dann war es soweit und auch
ich konnte mich in das Berliner Getümmel begeben.
Klaus-Dieter führte das Teilnehmerfeld die ersten 800 Meter aus
dem gröbsten Verkehr hinaus, dann war man auf Fußwegen und Klaus-Dieter
musste rechts ran, damit die flotten Hirsche an ihm „vorbeihirschen“ konnten.
FEUER FREI, FÜR DEN „2. Internationalen Spreelauf“.
Es war relativ ruhig auf den Straßen und ich kam nach einigen
Ehrenrunden zum „Brandenburger Tor“. In diesem Bereich hielt ich mich eine
Weile auf, um die ersten Läufer zu treffen. Horst Straube war mit
seinen, bis jetzt drei Radfahrern gerade auf meiner Höhe. Ein
Radfahrer hatte ein schweren Schaden an seinem Untersatz und musste deshalb
in ein Fahrradgeschäft, ein weiterer ist auf die Nase gefallen. Später
sollte noch ein Unfall dazu kommen. Horst war gegen Etappenziel eine Weile
auf sich allein gestellt. So dass die Markierung für ein kurzes Teilstück
etwas spartanischer ausfiel.
Während ich so meine Läufer am Straßenrand begrüßte,
erreichte mich Sieglinde Smolinski auf meinem Handy. Ich hatte mit ihr
gar nicht mehr gerechnet und war zunächst freudig überrascht,
dass sie doch noch teilnimmt. Aufgeregt teilte sie mir mit, dass sie sich
auf dem Marktplatz in Spandau befindet und sie von dort abgeholt werden
muss. „Oh nein!“ dachte ich. Ich war überglücklich am Brandenburger
Tor zu sein und jetzt sollte ich zurück und dann wieder vor? Im Hintergrund
vernahm ich eine männliche Stimme, die sagte, dass er sie dann fahren
wollte. Ich wusste zwar im Moment nicht, wem ich diese Stimme zuordnen
sollte, aber der Mann war mir sympathisch. Ich erwartete sie vor dem ADRION
Hotel am Brandenburger Tor. 15 Minuten später war sie bei mir und
wollte mir den Sachverhalt erklären. Was soll´s, ich nahm ihr
Gepäck ins Fahrzeug und schickte sie auf die Reise. Später sagte
sie mir, dass der Bezirksbürgermeister, Herr Birkholz sie gefahren
hatte und zum 15 minütigem Zeitvertreib konnte sie, im Mercedes der
S- Klasse, Fernsehen.
Ich holte die Läufer wieder ein und begleitete sie, „soweit es
mir mit dem Fahrzeug möglich war. Dann fuhr ich nach Neu-Zittau vor
und kümmerte mich vor Ort um den weiteren Ablauf. Thomas hatte bereits
die Halle übernommen. Mit dem Wirt des „Volkshauses“ klärte ich
noch ab, dass die Getränke der Teilnehmer und Betreuer selbst gezahlt
werden müssten. Er war nicht so ganz glücklich über die
Frühstückszeit um 05:15 Uhr, weil es dann noch keine frischen
Brötchen gibt. Der erste Start sollte um 06:00 Uhr erfolgen. Um diese
Zeit waren keine Brötchen zu haben. So gesehen hatten die Starter
um 07:00 Uhr die besseren Karten. Meine Inge nahm aber Brötchen mit
und verteilte sie an die Verpflegungsstände.

Sieglinde Smolinski konnte leider nicht in die offizielle Wertung genommen
werde, da sie erst am Brandenburger Tor eingestiegen war. Michael Purwins
verabschiedete sich am Abend und musste den Heimweg antreten. Berufliche
Verpflichtungen hinderten ihm an die weitere Teilnahme. Er wollte einfach
nur einen Tag dabei sein und Ultraluft schnuppern. Ich fand es prima, dass
er extra für einen Tag, aus Buchholz in der Nordheide, zu und gekommen
war. Michael sagte aber schon jetzt, dass er im nächsten Jahr unbedingt
dabei sein möchte.
Gegen 18:00 Uhr bewegten sich alle Läufer und Betreuer zu Fuß,
zum 700 Meter entfernten „Volkshaus“.
Das
Essen war gut und reichhaltig. Der Bürgermeister des Ortes, Herr Gangelmayer
beehrte uns mit seiner Anwesenheit und sprach noch einige Worte zu uns.
Er stellte uns unter anderem den Ort und seine Entstehungsgeschichte vor.
Ich bereitete die Mannschaft darauf vor, dass die ARD den Start der
zweiten Etappe wieder filmen wird. Es war noch ein gemütlicher Abend
und ich war mit dem Tagesverlauf durchaus zufrieden und konnte jetzt der
Sache etwas gelassener entgegensehen.
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Neu Zittau nach Beeskow / 29.08.2001
79.1 km / 133.1 km gesamt 49.2 mi / 82.7 mi gesamt 46 tnamstart / 45 tngewertet |
Tageswertung
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Gesamtwertung
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Um 04:30 Uhr erwachten die ersten Teilnehmer und schlichen
auf Zehenspitzen aus der Halle, um sich auf die zweite Etappe vorzubereiten.
Gegen 05:00 Uhr kam Leben in die Bude und es war aus mit Zehenspitzenlaufen.
Dieses Ritual wiederholte sich an jedem Morgen. Ein Teilnehmer bemerkte
an einem dieser Morgenstunden, wie angenehm er es empfindet, wenn er zum
Waschraum geht und er von jedem begrüßt wird. Die Begrüßung
ist zwar manchmal etwas schwerfällig, aber es ist interessant festzustellen,
dass man gefragt wird: „Wie geht es dir?“ „Was machen deine Haxen?“ „Wollen
wir heute zusammenlaufen?“ Diese Fragen sind nicht einfach so daher gesagt.
Die Leute interessieren sich wirklich für den anderen. Sie wollen
wissen, wie es ihm geht. Es ist natürlich nicht zu verhehlen, dass
manchmal etwas anderes dahintersteckt. So könnte ich mir auch vorstellen,
ob man nicht nur wissen möchte, ob der andere heute noch eine Konkurrenz
ist. Davon aber angesehen ist das Interesse für den anderen vorhanden
und so etwas findet man nicht überall.
Die Gepäckstücke wurden hergerichtet und zum Teil vor den
KITTEL Bus gestellt. Die ersten marschierten, zum Teil recht steifbeinig,
zum 700 Meter entferntem „Volkshaus“. Die einen hatten ihren „Kampfanzug“
an (kurzes Höschen aus dem Läuferbeinchen mit Gänsehaut
überzogen herauslugten) andere zogen es vor sich etwas überzuziehen,
denn es war noch ein wenig schattig.
Der Wirt erwartete uns schon und die Mannschaft griff zu. Der Tisch
war reichlich gedeckt und es war für jeden Geschmack etwas dabei.
Meine
Fernsehleute machten noch Aufnahmen in der Halle und kamen dann ebenfalls
zum „Volkshaus“, um auch hier noch einige Aufnahmen zu machen. Ich übergab
ihnen noch eine Streckenbeschreibung, weil sie uns noch unterwegs treffen
wollten. Der Fahrer der Fernsehleute kam mit meiner Streckenbeschreibung
nicht ganz klar und so wollte ich sie ihm erläutern. So ein Mist,
es war die Beschreibung vom letzten Jahr und diese führte von Neu
Zittau nach Berlin. Was soll der Geiz, es ist alles life. Er konnte sich
die Sorgenfalten aus dem Gesicht kämmen und er bekam die aktuelle
Beschreibung. Na also, er lächelte wieder.
Kurz vor dem Start war ich immer etwas flatterig und dieser Zustand
wurde auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung nicht besser. Er wird
aber auch nach dem 20. Spreelauf nicht besser werden. So erging es mir
beim Deutschlandlauf, kurz „DL98“ und beim „Spreelauf 2000“. Es ist ja
auch kein Wunder, da soll der Start in wenigen Minuten sein und wie ist
die Situation? Der eine muss noch auf dem Topf, der andere sucht seine
Streckenbeschreibung, ein weiterer schüttet sich schnell noch eine
Tasse Kaffee hinein usw. Ich versuche die Liste der Anwesenden abzuhaken
und dann fehlt noch der Klaus und der, Karle ist zuviel und der Moritz meldet sich, obwohl er kein Läufer
ist. Dann ist alles soweit und dann muss der Starter feststellen, dass
seine Uhr noch im Kofferraum liegt. Trotz der Hektik konnte der Start jeden
Tag beinahe auf die Minute vollzogen werden. Im Gegensatz zu meinen anderen
Veranstaltungen habe ich mich inzwischen darüber hinweggesetzt, dass
ich auf die Bummelanten warte. Startaufstellung und los. Wer noch nicht
fertig ist, der muss eben hinterherlaufen. Im Grunde genommen sehr einfach,
aber gerade bei einfachen Dingen bin ich manchmal recht schwerfällig.
Der zweite Start wurde in der Regel von Thomas oder Sebastian gemacht.
Es war noch nicht ganz hell und die Läufer setzten sich schwerfällig
unter Beobachtung der Fernsehkamera in Bewegung.
Nun waren die Kameraden auf der Strecke und ich konnte meine Tasse Kaffee
trinken. Mit dem Frühstück war es so eine Sache bei mir. Ich
trank, wenn überhaupt, eine Tasse Kaffee und machte mich dann auf
dem Weg. Meine Inge lief mir geradezu jeden Tag hinterher, um mir noch
einige Scheiben Brot ins Handschuhfach zu legen, damit sie dort vertrockneten.
Zwischen 06:30 und 06:45 Uhr ging ich auf die Piste. Ich wollte die
Läufer nach wenigen Km einholen, um ihnen noch einmal zuzuwinken.
Horst und seine Truppe hatten zu dieser Zeit die Strecke schon etliche
Kilometer markiert. Die Markierung war hervorragend. Am Abend zuvor setzte
Horst sich auf seinen Drahtesel und markierte 10 oder noch mehr km mit
Aufklebern. Nach dem Start nahm er noch einige Ergänzungen vor und
perfektionierte die Markierung mit Kreidepfeilen. Ach ja, Kreidepfeile,
unser Horst muss manchmal sehr viel Zeit gehabt haben. So freuten sich
die Läufer über seine Kommentare und Hinweise. So zum Beispiel:
„Ihr seid auf dem richtigen Weg“, „viel Glück“, „bleibt auf der Strecke“,
„schon 12 km“, „noch 20 km“ oder er machte Pfeile und Kilometerangaben
mit herumliegendem Tannenzapfen und Buschwerk. Seine Streckenmarkierung
war durchweg gut bis sehr gut und dieses wurde ihm jeden Tag durch die
Mannschaft und insbesondere der Teilnehmer aufs Neue bestätigt.
Durch seine reichhaltige Markierung war es auch für die Betreuerfahrzeuge
oft hilfreich, dass sie ihren Weg zur nächsten Versorgungsstation
fanden. Für die Versorgungsfahrzeuge war es nicht immer leicht, dass
sie auf Anhieb ihr Ziel fanden. Henry hatte eine Beschreibung ausgearbeitet,
aber die hatte er auch nur gemäß Karte machen können. Anders
ist es nun mal nicht möglich und hierzu habe ich auch keine bessere
Idee. Auf jeden Fall ist es für die Versorger sehr hilfreich gewesen
und ich werde an dieser Beschreibung kaum etwas ändern. Geflucht haben
sie manchmal nur über die vielen Umleitungen und Einbahnstraßen.
Es war schon zum Verzweifeln, du siehst da vorn deinen vorgesehenen Versorgungsstand
und musst dann kreuz und quer fahren. Horst versprach mir am letzten Tag,
dass er auch im nächsten Jahr wieder gern dabei ist. Horst, du bist
bereits vorgemerkt und brauchst eine gute Ausrede, um nicht dabei zu sein!
Harald Feihle war jeden Morgen bemüht, dass er den 1. und 2. Versorgungspunkt
möglichst schnell besetzen ließ. Es wurde schon mal gebrummelt,
dass es ja noch Zeit ist. Die Zeit im Startbereich räumte Harald ihnen
aber nicht ein. Er war der Meinung, dass es egal ist, ob sie nun im Startbereich
oder am Versorgungsstand warten und dann schon lieber am Versorgungsstand.
Mann musste ja auch immer damit rechnen, dass etwas dazwischen kommt. Harald
machte jeden Abend seine Betreuerbesprechung. Es war eine Sache, aus der
ich mich heraushielt, denn so wie er es durchführte, entsprach es
genau meinen Vorstellungen. Harald schien mir sehr sachlich und bestimmt.
Ich kann nur hoffen, dass auch er mir weiterhin beim „Spreelauf“ zur Verfügung
steht.
Die Spitzengruppe, bestehend aus Rainer Koch, Henry Wehder und Rene
Strosny war dicht beisammen. Dicht dahinter waren Guus Smit aus Holland,
Ludger Garding und Rainer Selch in Lauerstellung.
Ich musste nach Fürstenwalde vorfahren, um mich mit Bürgermeister
Reim zu treffen. Der Treffpunkt sollte vor dem Rathaus sein. Auf dem Wege
dorthin fuhr ich in die Eisenbahnstraße falsch hinein. Ein Autofahrer,
der mir entgegenkam und Zeichen mit der Lichthupe gab, nervte mich zuerst,
aber dann war ich ihm für diesen Hinweis sehr dankbar.
Auf dem Marktplatz traf ich dann Herrn Bürgermeister Reim, das
Fernsehteam und die örtliche Presse. Der Verpflegungstand gab alles
her, was aufzubieten war. Mein Handy machte sich bemerkbar und Horst berichtete
mir, dass irgendwo bei km 51,8 eine Brücke nicht passierbar war. Ich
rief bei der zuständigen Polizeibehörde an und ließ mir
sagen, dass diese nur für den KFZ Betrieb gesperrt ist, Fußgänger
dürfen diese auf eigene Gefahr benutzen. Ich war beruhigt und meldetet
es Horst. Jetzt kam es knüppeldick, denn es musste bei km 55,5 noch
eine weitere Autobahnbrücke geben und die war wirklich futsch. So
ein blöder LKW Fahrer hat seinen LKW unter der Brücke durch Feuer
entsorgt und dann musste das Ding aus Sicherheitsgründen abgetakelt
werden. Die Polizei konnte mir hier schlecht weiterhelfen. Es gab hier
noch einige Möglichkeiten durch den Wald, aber da musste man sich
vor Ort selbst erkundigen, wie es weitergeht.
Das Fernsehteam hatte Blut geleckt. Was Brücke weg? wie geht es
weiter? was machen sie jetzt? ist der Spreelauf gefährdet? was machen
sie wenn.....? Ingo, dachte ich, bleibe jetzt ganz cool. Weltmännisch
sagte ich dem Team, dass wir das schon hinbiegen werden. Innerlich bebte
in mir ein Vulkan und meine Augen funkelten bereits dunkelrot. Was ich
jetzt brauchte, war eine Sonnenbrille, aber ich trage normalerweise keine!
Endlich allein in meinem Auto sitzend, konnte ich in der Wortschatzkiste
meine gemeinsten Flüche greifen, musste das jetzt sein? Vielleicht
war es auch nicht so schlimm. Ich beeilte mich an den Ort der Panne zu
kommen. Unterwegs wurde ich noch durch Anrufe aufgehalten. Endlich war
ich in Briesen, hier musste es irgendwo sein. Meine Fernsehleute waren
schon da und mir wurde immer wieder das Mikrophon vor die Nase gehalten.
Wichtig war für mich, dass ich nach außen hin ruhig und gelassen
blieb und nur keine Hektik zeige. Presse vor Ort ist schon Klasse, aber
jetzt verfluchte ich sie. Wäre ich allein gewesen, dann wären
meine Räder bis auf die Felgen durchgedreht und ich hätte ohne
Umwege nach einer Alternative gesucht. Inge und Hansi wollten ein Stück
zurückfahren, um eine weitere Möglichkeit der Autobahnüberquerung
zu suchen. Horst kam jetzt leicht ins Rotieren und fuhr ebenfalls mit seinem
Fahrrad zurück. Mir waren zu dieser Zeit die Hände gebunden,
denn ich konnte nicht überall gleichzeitig sein.
Ich konnte noch so sehr auf die andere Seite der Brücke zu schauen,
es gab hier absolut keine Möglichkeit. Ich fuhr in den Ort. Irgendjemand
musste mir sagen können, wie ich da rüber komme. Dann sah ich
auf Höhe der Sparkasse einen Hinweis zur „Kehrsdorfer Schleuse“ Na
also. Jubilierend wollte ich es Hansi und Inge melden. Diese teilten mir
allerdings mit, dass sie eine andere Möglichkeit gefunden und den
ersten Läufer wieder zurückgeschickt haben. Schweißperlen
rannen mir von der blanken Stirn. Zurückgeschickt? Was ist mit den
anderen? Schnell konnte ich beruhigt werden. Der erste Läufer wurde
angehalten und mussten etwa 2 km zurücklaufen, dann bogen sie links
ab, um über einen Fußgängersteg wieder auf die geplante
Strecke zu kommen. Nachfolgende Läufer waren am schimpfen und zeigten
mir teilweise einen Vogel. Es war für sie schlecht nachvollziehbar:
Sie kommen aus einer Richtung, biegen links ab, laufen bis zu einem Wendepunkt
und laufen dann auf der Höhe, wo sie herauskamen wieder links. Hier
stellt sich für den Läufer die berechtigte Frage, Warum sie nicht
gleich geradeaus laufen durften? Die Antwort ist im Nachhinein sehr einfach
und simpel: „Weil der erste Läufer bis zu diesem Punkt gekommen ist!“
Infolge dessen muss jeder nachkommende Läufer die gleiche Strecke
laufen. Mit Zeitschiebereien und Zeitgutschreiben ist hier nichts zu machen.
Eine andere Reaktion hätte den gesamten Wettkampf und die Zeitnahme
in Frage gestellt. Ich könnte dann gleich nach der Sonnenuhr stoppen
lassen.
Als einen sehr glücklichen Umstand war zu bewerten, dass die Vorsorgungsmannschaft
der 5. Versorgungsstation sich zufällig hierhin verirrt hatte. So
wurde dieser dann hierhin verlegt und sie hatten eine Kontrolle, wer den
Wendepunkt angelaufen hatte. Die Fernsehreporterin war sehr hartnäckig
und stellte jetzt den Versorgern Fragen, während ich mich jetzt aus
dem Staub machte. Endlich allein!
Die
ganze Sache ist glimpflich abgelaufen. Hier mussten die Betreuer vor Ort
reagieren. Hansi und Inge taten genau das Richtige. Ich musste jetzt lediglich
nur genau über die Sachlage und Maßnahme informiert werden.
Es ist aber zu überlegen, ob ich für den „3. Internationalen
Spreelauf“ diese Änderung beibehalte.
An der blöden, nicht mehr existierenden Brücke wieder angekommen,
folgte ich dem Hinweisschild „Kehrsdorfer Schleuse“ und schon befand ich
mich auf der Autobahn. Ich habe nicht auf den Kilometerzähler geachtet,
aber ich bin mindestens 20 km gefahren, bis ich ein weiteres Schild las,
was mich zur Schleuse bringen sollte und schon war ich wieder auf der Autobahn.
Man muss sich das mal vorstellen, da fährt man über 40 km, um
auf die andere Seite einer Brücke zu kommen.
Meine Sanis meldeten sich und äußerten ihre Besorgnis, dass
sie eventuell den nächsten Versorgungspunkt nicht rechtzeitig besetzen
können. Ich glaube aber, dass sie es noch geschafft haben. Ich war
wieder auf dem richtigen Kurs und brauchte jetzt einen Kaffee, obwohl mir
ein „Underberg“ jetzt besser getan hätte.
Die ersten Läufer waren in Sicht. Thomas und Sebastian waren bereit
für die Zeitnahme.


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Beeskow nach Lübbenau / 30.08.2001
83.9 km / 217 km gesamt 52.1 mi / 134.8 mi gesamt 45 tnamstart / 41 tngewertet |
Tageswertung
|
Gesamtwertung
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Günter Brand ist heute morgen heim gefahren. Er hatte
nicht nur läuferische Probleme. Er meinte auch, dass Wettkämpfe
dieser Art nichts für ihn sind. Es war für ihn eine
wichtige
Erfahrung. Ein Sechstagelauf und Mattenlager in Turnhallen und dem ganzen
Drumherum ist nicht jedermanns Sache. Es ist aber gut, dass er diese Erfahrung
für sich auswerten konnte.
Thomas Dornburg, dem es am Vorabend sehr schlecht ging, hatte sich wieder
aufgerappelt und dem „Spreelauf“ die Stirn gezeigt. Ich ermahnte ihn aber
immer wieder zu verhaltenem Laufen. Er hatte Zeit und konnte auch lange
Passagen marschieren.
Christian Hottas ist heute eingestiegen und wird den „Spreelauf“ über
zwei Tage mitlaufen, dann muss er wieder in seine Praxis nach Hamburg.
Es hat mich aber gefreut, dass er sich die Zeit für zwei Etappen genommen
hat.
Wenn
morgens die erste Gruppe startet, dann ist es noch recht schattig und der
Morgen befindet sich noch in der Dämmerungsphase. Schon 15 Minuten
später ist es gut hell. Für den Teilnehmer also kein Problem.
Die Streckenmarkierer hatten es auf Grund der Dunkelheit, nicht so einfach
oder sie mussten sich auf die Augen hauen, dass die Funken sprühten.
Es ist aber kaum anders zu machen, denn die Hallen bekomme ich oft nur
zeitlich begrenzt.
Es war eine wunderschöne Strecke zu laufen und ich beneidete die
Läufer. Auf einem Waldweg, bei km 30, begegnete ich acht Radfahrer.
Sie fuhren die „Tour de Spreewald“ von Görlitz nach Fürstenwalde.
Wir unterhielten uns eine Weile und beklatschten die vorbeiziehenden Läufer.
Bei Tageskilometer 75,9 km war Bergfest. Die Hälfte war geschafft.
Wer jetzt noch im Rennen war, der hatte gute Aussichten, dass er auch die
zweite Hälfte durchhält. Ich gönnte es insbesondere denen,
die im letzten Jahr ausscheiden mussten. Meine Hoffnungen erfüllten
sich, sie haben es alle geschafft.
Vor Lübbenau wollte ich in der Nähe der Läufer sein und
fuhr mit dem Auto parallel zu einem Damm, auf dem sie liefen. Kurze Zeit
drifteten wir immer weiter auseinander. Ich befand mich auf einem Plattenweg,
der seit der letzten Eiszeit nicht mehr befahren wurde. Manchmal sah ich
den Verlauf der Strecke nicht, weil ich mich durch zwei Meter hohes Schilf
durchkämpfen musste. Mein Weihnachtsgeld sah ich schon in der Autowerkstatt
liegen. Dann endlich geschafft! Mein Auto war noch heil und mein Nervenkostüm
hatte es einigermaßen knitterfrei überstanden. Die Frage war
jetzt nur: Rechts oder links? Eine Entscheidung musste her und ich bog
nach rechts ab. Nach wenigen 100 Metern war eine gut ausgebaute Fahrstraße
in Sicht. Scheibenkleister, es war der Ausgangspunkt, bevor ich mich durch
das Schilf gekämpft hatte. Einmal im Kreis gefahren, für nichts
und gar nichts, oh Mann. Jetzt half kein Jammern, Thomas wollte, dass ich
nach Lübbenau komme.
Auf
dem Marktplatz wurden wir von zwei Damen des Verkehrsbüros mit „Spreewaldgurken“
empfangen. Die Läufer hatten etwa 750 Meter zur Halle in die Poststraße
zu laufen. Herr Stöcker vom Sportamt erkundigte sich noch nach dem
Wohlbefinden der Teilnehmer und versprach weitere Unterstützung, wenn
noch etwas anliegt. Horst markierte sogar die Strecke vom Zieleinlauf zur
Unterkunft.
Amüsiert hatte uns heute die Platzierung von Henry und Rainer.
Es ging hier um eine einzige schlappe Sekunde! Rene musste sich also ranhalten!!!
Die
Teilnehmer, die im letzten Jahr dabei waren, freuten sich schon auf das
Abendessen. Frau Liesk von der Arbeiterwohlfahrt war wieder zur Stelle
und tischte auf, was die AWO Küche hergab. Es gab unter anderem: Fischfilet,
Gefülltes Hackfleisch, Geflügelmedaillons und dazu reichlich
Nudeln, Kartoffeln und Reis. Es war auch an die Vegetarier gedacht. Für
sie stand Grünkern und Käsemedaillons, sowie Sellerieschnitzel
und Broccoli-Vollkorn auf der Speisekarte. Ich machte den Versorgern immer
wieder auf Vegetarier aufmerksam. Nach meinen Beobachtungen wurde aber
kaum von den Teilnehmern danach gefragt. Die Leute konnten noch so viel
futtern, aber die Behälter waren nicht leer zu kriegen.
Einige machten noch ihren Verdauungsspaziergang in den Ort, andere ließen
sich von den Masseuren verwöhnen oder kümmerten sich um ihre
Blasen, Inge kümmerte sich um die Verpflegung, Harald machte seine
Betreuereinweisung, Hansi half Uwe beim Leeren der Bierfässchen und
so war jeder mit sich beschäftigt. Es war eine angenehme Atmosphäre
und ich war mit der Welt zufrieden.
Heute hatte ich auch Zeit, meine Unterlagen gründlich wieder zu
sortieren. Es ist für mich wichtig, dass die Unterlagen für den
nächsten Tag bereitliegen.
Durch Nachlässigkeit hätte ich beinahe den Termin mit dem
Bürgermeister in Fürstenwalde versäumt. Für jeden Tag
hatte ich meine Termine und Adressen. Mit einer gewissen Ordnung konnte
ich meinen Tagesablauf bequem abarbeiten.
Mein Tagesablauf sah so aus: Nach dem Aufstehen war mein Augenmerk schon
auf das räumen der Halle gerichtet und ich räumte schon mal Matten
und Hausmüll beiseite. Den Rest musste dann Thomas und Sebastian machen.
Das Frühstück war abgesprochen und ich hatte damit zu keiner
Zeit Probleme. Die Teilnehmer mussten zum Start und das war manchmal sehr
nervig. Hier werde ich auch, wie schon gesagt, meine Nerven in Zukunft
schonen. Wecken, Frühstück und Start. Jeder kennt den Ablauf
und dann muss der Bummelant eben hinterherlaufen. Nach dem Start inspizierte
ich noch mal die Halle und kümmerte mich um die Bezahlung der Zeche.
Dann war ich auf der Piste. Alles weitere wurde durch Inge, Hansi, Thomas
und Sebastian erledigt. So gut ich konnte und es die Zeit zuließ,
fuhr ich noch die Versorgungsstände ab und konnte immer wieder zufrieden
feststellen, dass meine Anwesenheit hier überhaupt nicht von Nöten
war. Ich wollte dennoch nicht darauf verzichten, denn hier erfuhr ich auch
etwas über die Stimmung der Teilnehmer und das war für mich sehr
wichtig. Ein unzufriedener Teilnehmer lädt seinen Ärger und Frust
doch als erstes bei den Versorgungsständen ab. Wo auch sonst? Es ist
ja sonst niemand ansprechbar! Zwischendurch hatte ich dann meine Anrufe
mit den Stadtverwaltungen, Polizei und Presse.
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Lübbenau nach Spremberg / 01.09.2001
75.2 km / 292.2 km gesamt 46.7 mi / 181.6 mi gesamt 41 tnamstart / 36 tngewertet |
Tageswertung
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Gesamtwertung
|
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Nach einem reichhaltigen Frühstück bei Frau Liesk konnten, sich die Läufer wieder, frisch gestärkt, in ihren Startgruppen auf dem Weg machen.

Die vierte Etappe führte die Läufer von Lübbenau nach Spremberg. Horst Straube fragte mich im Vorfeld, ob ich den Läufern Spremberg zeigen wollte. Er war der Meinung, dass meine Streckenbeschreibung in diesem Bereich sehr umständlich war. Ich hatte im Mai einige Schwierigkeiten und fragte mich durch. Irgendwann war ich auf wundersame Weise wieder auf dem richtigen Kurs und war deshalb heilfroh. Ehrhard Heß aus Spremberg übernahm die Streckenänderung, die den Läufern zu Gute kam. Erhard organisierte heute auch den 8. Verpflegungspunkt in Bühlow.
Ich machte mich auf dem Weg zum „Bismarkturm“ in Burg. Es hatte seinen
guten Grund. Hier wollte ich an einen großen Imbiss-Stand ein Frühstück
einnehmen. Es war leider zu früh und so empfahl ich ihn daher den
Versorgungsposten vor Ort.
Ab hier begaben sich die Läufer auf einem Deich der sie über
den Gebieten von Schmogrow, Fehrow, Dissen, Maiberg und Skadow führte.
Unterhalb des Deiches führte zum Großteil eine Fahrstraße.
Ich besuchte noch den 2. Verpflegungspunkt bei km 18,7 und wollte mich
dann auf dem direkten Wege nach Cottbus begeben. In Cottbus hatten die
Läufer es relativ leicht. Die Laufstrecke führte durch Parks
und sie merkten das Stadtgetümmel von Cottbus nicht. Die Fahrer dafür
umso mehr. Es war reiner Zufall, dass ich den Straßennamen „Frans-Mehring-Str.“
las. In diesem Bereich wollte Ilse Straube mit einer großen Portion
Kuchen aufwarten. Horst und ich machten schon zwei Tage davor große
Reklame. Ich glaube, dass einige Läufer die letzten zwei Versorgungspunkte
deshalb ausgelassen haben. Ich freute mich schon darauf!
Vor einer Baustelle stellte ich mein Fahrzeug ab, wurde da schon wieder
eine Brücke abgerissen? Ich marschierte den Läufern durch
den Park entgegen. Horst hatte hier so viele Aufkleber angebracht, wie
kaum zuvor. Er meinte es hier besonders gut und hatte sie anschließend
wieder entfernen lassen.
Nachdem die ersten Läufer durch waren, machte ich mich auf dem
Weg in Richtung Stadtausgang. Es erwies sich für mich nicht so einfach.
Da ich ohnehin tanken musste, fuhr ich eine Tankstelle an und fragte nach
dem Weg. Als Ortsundkundiger ist es in keinem größeren Ort leicht,
sich zu orientieren. Schneller als ich dachte kam ich aus Cottbus raus.
Auf dem Weg nach Spremberg bekam ich noch einen Anruf von der „Berliner
Morgenpost“. Der ARD fragte noch mal nach dem Zwischenstand. Lothar Eberhard
wollte aus Berlin anreisen und den restlichen „Spreelauf“ mit dem Fahrrad
begleiten. Lothar ist freier Journalist und wollte den „Spreelauf“ hautnah
erleben.
Am frühen Abend fing es an zu regnen. Meine beiden Zeitnehmer,
Thomas und Sebastian, verlagerten ihre Zeitmessung in den KITTEL Bus. Während
Thomas die Zeit nahm, übertrug Sebastian schon die Ergebnisse auf
den Labtop. Wann immer er die Möglichkeit hatte, setzte er die Ergebnisse
ins Internet unter: www.run.to/spreelauf. Jeder Interessierte konnte somit
jederzeit die Ergebnisse oder Neuigkeiten aus dem Internet abrufen.
In Bühlow hatte ein Läufer leichte Orientierungsschwierigkeiten.
Horst malte auf die Straße eine große Sieben. Die Spitze der
Sieben sah er als Hinweis nach rechts. Als er seinen Irrtum bemerkte, lief
es zum Ausgangspunkt zurück und schaute hier auf seine Streckenbeschreibung.
Diese sagte ihm, dass er nach links laufen muss. Was tat er jetzt? Er lief
also nach links und würde, wenn er es nicht bemerkt hätte, wieder
in Berlin gelandet sein.
Ein anderer Läufer stand mitten auf der Kreuzung und fragte empört
nach dem Weg, als er einen Schritt zur Seite trat, bemerkte er, dass er
direkt auf einem Kreidepfeil stand.
Der Regen wurde heftiger und in mir kam der Wunsch auf, mal wieder einige
Schritte zu laufen. Ich lief zum letzten Verpflegungspunkt der durch die
Helfer von Erhard Heß besetzt wurde. Es waren einige gut gelaunte
junge Leute. Sie ließen sich durch den Regen, nicht die Laune verderben.
Sehr viel Freude hatte ich an meinem übermütigen Lauf nicht.
Genau viermal bin ich angerufen worden und sollte Auskunft erteilen. Auf
dem Rückweg musste ich mich entsprechend beeilen. Meine Inge erwartete
mich schon mit einem Zettel, was ich noch alles erledigen muss.
Frau Schindzielorz bewirtete uns. Das Essen war gut und schmackhaft.
Leider stimmte hier die Menge überhaupt nicht. Einige Läufer
saßen vor ihrem leergefutterten Teller und warteten auf Nachschlag.
Der Wunsch nach Nachschlag wurde zurückgestellt, bis alle ihre erste
Portion hatten. Für einen Veranstalter eine peinliche Situation. Im
nächsten Jahr, so denke ich, wird der Wirt die Portionen doch größer
gestalten. Es will vielen Leuten immer noch nicht in den Kopf, dass hier
keine bescheidenen Gesundheitsapostel, die auf ihre schlanke Linie achten
wollen, ins Ziel laufen, sondern Leute, die es gar nicht nötig haben
auf ihr Figürchen zu achten. Man hat es hier mit Leuten zu tun, die
mehrere Tausend Kalorien verbraucht haben und der Körper schreit förmlich
nach Nachschub. Diese Leute fressen, wie die Wehrpflichtigen.
Die Letzten, zu den meine Inge, mein Sohn Thomas und ich gehörte,
bekamen noch Würstchen mit Brot oder ähnliches. Was soll’s, wir
haben alle überlebt. Wie ist mein Wahlspruch? Ihr sollt überleben
und nicht Fett werden!
Hier noch eine nette Geschichte. Am Nachmittag fand sich noch eine Trauergemeinschaft
im Vereinsheim ein. Es wurde Kuchen und Torten gebracht. Thomas ging mit
Sebastian auf dem Gang entlang und entdeckten Fußspuren. Ist da jemand
in die Schei... getreten? Sie folgten der Spur zurück und siehe da,
Benjamin Nickel ist in eine Torte, die warum auch immer auf den Fußboden
stand, getreten und hinterließ eine Spur bis zu seinem Schlafplatz.
Der Schuldige war also gefunden. Ein Verantwortlicher der Trauergemeinschaft
fand es sehr amüsant und er lachte laut los.
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Spremberg nach Bautzen / 02.09.2001
77.9 km / 370.1 km gesamt 48.4 mi / 230 mi gesamt 36 tnamstart / 33 tngewertet |
Tageswertung
|
Gesamtwertung
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Am
nächsten Morgen war der Himmel dicht verhangen und sah grau in grau
aus. Nur wirkliche Optimisten konnten sich Hoffnungen machen, dass sich
der Himmel noch aufklart. Auch ich gehörte zu diesen Optimisten und
versprach den Läufern und Betreuern, dass sich das Wetter schon beruhigen
wird. Bei leichtem Nieselregen machten sich die Teilnehmer dennoch froh
gelaunt auf dem Weg.

Horst konnte seine Kreidepfeile heute vergessen. Er behalf er sich heute
im Wesendlichen mit den Aufklebern. Diese wurden an Gräsern und dünnen
Zweigen befestigt. Es galt heute, ein wenig Phantasie zu zeigen und davon
hatten die Streckenmarkierer genug. Anfangs malte ich noch einige Kreidepfeile,
denn zu diesem Zeitpunkt mussten sie maximal 1 bis zwei Stunden zu sehen
sein.
In
Spreewitz suchte ich den ersten Versorgungspunkt, aber irgendwie musste
meine Brille beschlagen gewesen sein und ich begab mich daher zum zweiten
Verpflegungspunkt. Harald kam mir entgegen und ich fragte ihm nach dem
ersten Verpflegungspunkt. Aber Ingo, der ist doch ....... ! OK, was soll’s,
meine Brille war halt doch beschlagen oder musste mal wieder ausgewuchtet
werden!
Unterwegs kam ich an einem Imbiss-Stand vorbei und freute mich schon
auf eine Currywurst und eine Tasse Kaffee. Irgendwie wollte es mir nicht
so recht schmecken. Neben mir stand jemand mit einer ekligen Nikotinfahne.
Ich hatte das Gefühl, dass auch mein Kaffee schon danach schmeckte
und als der mir noch ein Ohr abnagen wollte, indem er mir von „seiner bescheuerten
Alten“ erzählen wollte, so hatte er sich wirklich ausgedrückt,
suchte ich das Weite.
In
meinem Magen grummelte es und es meldeten sich leichte Kopfschmerzen. Es
war wohl der Dauerstress, dem ich ausgesetzt war. Diesen Stress, ob ich
ihn nun berechtigter Weise habe oder nicht, kann mir keiner nehmen. Es
helfen dann auch keine Sprüche: Das muss man alles nicht so verbissen
sehen oder ähnliche Äußerungen. Würde ich es nicht
verbissen sehen, dann könnte ich gleich daheim bleiben. So ein Unternehmen
ist keine Spielerei. Du musst jeden Tag für etwa 70 Teilnehmer und
Betreuer da sein. Diese müssen Essen, schlafen, haben körperliche
und seelische Probleme, einige nette Zeitgenossen erzählen dir was
du alles nicht richtig gemacht hast und überhaupt, an deiner Stelle
hätte ich es so gemacht. Klasse, wenn diese Kameraden sich beim nächsten
Mal mit einbringen würden, dann wäre es eine super, super Veranstaltung.
Darauf angesprochen, bekommst du dann zu hören: Ja, ich muss ja Arbeiten.
Hier sei nebenbei bemerkt, dass Ingo auch nicht über Langeweile klagen
kann.
Hier ein Ausschnitt meines langweiligen Lebens: Ich arbeite im Dreischichtbetrieb,
dass heißt: 3 Frühschichten, 3 Spätschichten und 3 Nachtschichten.
Dann darf ich 2 ½ Tage faulenzen. Ich bin in einem Sportverein von
1.100 Mitgliedern als Schriftführer im Vorstand. In diesem Verein
leite ich auch die Leichtathletikabteilung mit 115 Mitgliedern. Ich organisiere
1 bis 2 Volksläufe und so nebenher organisiere ich für die Stadt
in diesem Jahr noch eine Inliner- Veranstaltung und einen Stadtlauf. Da
bei diesen Veranstaltungen keine Zeitnahme und Anmeldung gemacht
wird, ist es natürlich kein großes Thema. Na ja, aber machen
will auch das keiner. 1998 kandidierte ich für den Gemeinde- und Ortschaftsrat.
Ich hatte mehr Glück als Verstand. Man wollte Ingo als Sportler und
nicht als Politiker. Jemand sagte mir, dass ich schon als Sportler genug
Scheiß herausrede, als Politiker wäre ich daher nicht auszuhalten.
Es lebe hoch, dieser kluge Mann.
Zwischen dem 3. und 4. Versorgungspunkt befuhr ich einen Waldweg und
war froh, dass ich da heil herausgekommen bin. Als ich diesen im Mai mit
meinem Mountainbike abgefahren bin, musste ich immer wieder vom Rad absteigen,
weil der Weg sehr sandig war. Jetzt mit dem Auto, hieß es nur noch
volle Pulle und bloß nicht stehen bleibt. Wer stehen bleibt, muss
angeschleppt werden und wenn der „Abschlepper“ auch stehen bleibt? Dann
haben wir ein Problem!
Eine Weile wurde dran gedacht, das der 8. Versorgungspunkt weggelassen
werden kann. In anbetracht dieses überaus freundlichen Wetters war
es allerdings nicht unbedingt angebracht. Es hörte wirklich nicht
eine einzige Minute auf zu regnen.
Ich
musste mich jetzt beeilen, dass ich nach Bautzen kam. Ich war etwas unsicher,
wo hier der Zieleinlauf gemacht werden sollte. Thomas und Sebastian hatten
schon ihre Stellung auf dem Marktplatz eingenommen. Ein Mitarbeiter des
Ordnungsamtes wollte schon einschreiten, aber beim Stichwort „Spreelauf“
war alles in Ordnung. Wenige 100 Meter vom Zieleinlauf war die Turnhalle
für die Übernachtung. Noch einmal wenige 100 Meter war die Halle
mit den Duschen und noch einmal einige 100 Meter weiter sollte das Essen
beim DRK eingenommen werden. Das wollte ich angesichts des heutigen Tages
niemandem aufbürden und bat daher das DRK um eine andere Lösung.
Man wollte das Essen dann in die Übernachtungshalle bringen. Das DRK
war überaus zuvorkommend und sie brachten zunächst einen Kübel
mit heißem Tee, der von den durchgefrorenen Läufern gern angenommen
wurde.
Das Abendessen war mehr als reichhaltig. Ein ganzer Kübel mit Nudeln
musste wieder mitgenommen werden. Als ich so meine Läufer und Betreuer
beim Essen beobachtete, musste ich feststellen, dass die noch mehr als
Wehrpflichtige futtern. Bei einigen hatte ich das Gefühl, dass sie
auch die Portion aßen, die sie am Tage zuvor als Nachschlag nicht
mehr bekommen hatten.
In Bautzen wurden einige Läufer auch von ihren Angehörigen
erwartet. Da war die Familie von Henry Wehder, Brigitte Leismann, die Freundin
von Hubert Karl, Christine Freter, die auch bei der letzten Etappe mitlief
und die Familie von Rene Strosny. Rene hatte als Bautzener hier den absoluten
Heimvorteil und ich bemerkte, wie er immer wieder von Leuten begrüßt
wurde.
Horst, der Unermüdliche, machte sich jetzt schon schlau, wie er
am nächsten Tag am besten aus Bautzen herauskommt. Ein Ehepaar, welches
bei diesem Sauwetter einen Schaufensterbummel machte, erklärte Horst
den Weg.
Inge machte heute einen recht abgeschlafften Eindruck und da sie in
den vergangenen Tagen wenig von mir hatte, beschlossen wir, dass wir uns
mal für eine Stunde absetzen. Im Einkaufszentrum setzten wir uns in
ein Kaffee. Sie bemerkte meine Unruhe und so waren wir dann schon nach
45 Minuten zurück.
Es war heute eine gewisse Unruhe zu verspüren. Es war aber eine
angenehme Unruhe, denn auch die ausgestiegenen waren wieder allerbester
Dinge und wollten bei der Schlussetappe unbedingt dabei sein. Ich machte
schon keine Notizen mehr, wer jetzt am nächsten Tag starten wollte
und wer nicht. Man würde es am nächsten Tag sehen.
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Bautzen nach Eibau-Walddorf / 03.09.2001
50.5 km / 420.6 km gesamt 31.4 mi / 261.3 mi gesamt 33 tnamstart / 33 tngewertet |
Tageswertung
|
Gesamtwertung
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Heute wurde erst um 07:00 Uhr geweckt. Es war die Schlussetappe unddie
Stadt Eibau hatte darum gebeten, dass die Läufer zum
„Spreequellfest“
um etwa 14:00 Uhr einlaufen. Nach dem müden Empfang, im
letzten Jahr
in Berlin, waren wir auf den Einlauf und Empfang in Eibau-Walddorf
gespannt.
Einlauf beim „Spreequellfest“ hörte sich
schon sehr vielversprechend
an und wir sollten nicht enttäuscht werden.
Lothar Eberhard, unser rasender Reporter, wollte sich auf
seinen Draht
schwingen, um mit Horst Straube vorauszufahren. Er musste leider
feststellen,
dass ein netter Zeitgenosse in der Nacht beide Reifen zerstochen hatte.
Die Sonne lachte und es versprach ein herrlicher Tag zu werden. Man
muss halt nur den Kontakt nach oben pflegen, dann läuft alles
wie
von selbst!
Horst war mit seinen Mannen bereits unterwegs, wahrscheinlich, weil
er das „Eibauer“ beim
„Spreequellfest“ nicht abwarten konnte!? Heute
startete
die erste Gruppe mit etwa fünf Minuten Verspätung. Es
wurden
noch Aufnahmen gemacht und die Presse stellte noch einige Fragen. Dann
war es soweit: Auf zur letzten Etappe!
Die Markierung war wieder sehr eindeutig und doch war sie heute an
einigen
Stellen doch etwas mager. Hansi und Inge waren heute weniger
angespannt,
da sie heute nicht einkaufen mussten und so übernahmen sie die
Ergänzung
einiger Teilabschnitte der Markierung.

Später erfuhr ich von einem Verkehrsunfall, der sich
etwa fünf
bis sechs Kilometer nach dem Start der zweiten Gruppe ereignet hatte.
Ein
Fahrzeug mit offenbar zu hoher Geschwindigkeit kam ins Schleudern,
überschlug
sich und blieb auf der Seite liegen. Karl Heinz Wiegand und Hinrich
Peters
waren zur Stelle und befreiten zwei Damen, im Fahrzeug, aus ihrer
misslichen
Lage. Diesen beiden Teilnehmern sei recht herzlich gedankt. Es ist
einerseits
eine Selbstverständlichkeit das man hilft, andererseits haben
diese
beiden Läufer auch kein Aufsehen darum gemacht, indem sie
womöglich
um ihre verlorene Zeit feilschen wollten.
Ich versuchte heute an jedem Versorgungspunkt zu sein, weil wir heute
viel Fremdpersonal hatten. Ich wollte heute, dass die Betreuer zeitig
im
Zielbereich sind, damit sie ihre Läufer und
Läuferinnen kümmern
im Zielbereich beglückwünschen konnten. Henry hatte
einige Leute
finden können, die hier mitwirken konnten.
Leider kam ich nur bis zum 2. Verpflegungspunkt, da erreichte mich ein
Anruf von Frank Tröger, Er war der Moderator beim
„Spreequellfest“.
Er wollte noch einige Auskünfte von mir. Als ich ihm
aber sagte,
dass ich gegen 13:00 Uhr vor Ort sein wollte, hatte sich das
vorläufig
erledigt. Wir konnten die Details noch rechtzeitig im
Zielbereich
besprechen.
Ich suchte nach einer Möglichkeit, möglichst schnell
nach
Eibau-Walddorf zu kommen, konnte es mir aber nicht verkneifen, immer
mal
wieder auf die Strecke abzuweichen. Im Bereich Sohland traf ich meine
Streckenmarkierer.
Horst hatte offenbar ein Problem mit seinem Fahrrad. Ich fuhr langsam
weiter
und war etwas irritiert als mir Hansi und Inge entgegenkamen. Sie waren
hier mit der Streckenmarkierung beschäftigt. Sie
hätten für
mein Dafürhalten aber in meine Richtung markieren
müssen? Auch
hier gab es ein Brückenproblem und ich ging davon aus, dass es
damit
zu tun hatte.
Auf meinem weiteren Weg nach Eibau-Walddorf ging es mir immer wieder
durch den Kopf, ob ich recht hatte oder nicht? Es kam, wie es kommen
musste,
Inge rief an und erzählte mir von einem
Markierungsproblem.
Im Moment war ich aber nicht in der Lage, nachzuvollziehen, ob es mein
Problem von vorhin war oder ein neues. Ich bat Inge darum, dass sie
sich
beeilt mit der weiteren Erkundung, bis sie wieder auf Horst trifft.
Eile
war auch geboten, weil auch die Läufer irgendwann auftauchten.
Nach
meinem Zeitplan hatten sie für ihre Maßnahmen noch
beinahe eine
Stunde Zeit. Ich rief Horst an. Horst sagte, dass sich alles im
grünen
Bereich bewegt. Ich konnte meinen Puls also wieder auf normal bringen.
Sigurd Dutz musste nach der 2. Etappe aussteigen und übernahm
mit
seiner Frau Heidrun die Versorgung der Teilnehmer. Auch er war heute am
Start und lief, als Starter der 1. Gruppe, weit voraus. Irgendetwas
stimmte
heute nicht. Es liefen Teilnehmer voraus, die ich weiter hinten
vermutete.
Was ich bis zu diesem Zeitpunkt aber nicht wissen
konnte,
war das Vorhaben der Spitzenläufer, dass sie sich am letzten
Tag zurückhalten
wollten. Ihre Positionen der ersten drei Plätze waren ohnehin
unantastbar
und sie wollten nicht als erste einlaufen. Es war eine nette und
kameradschaftliche
Geste. Sie konnten sich untereinander natürlich in der noch
Platzierung
gefährden, denn die Abstände waren nicht weit
auseinander.
Bis zum Zieleinlauf in Bautzen sah es noch recht eng aus. Von Koch zu
Wehder
waren es nur 7:19 Minuten und dazwischen lag Strosny. Am letzten Tag
hieß
es auch für sie kämpfen und gegenseitig im Auge
behalten.
Ich erreichte Eibau und traf hier einige Feuerwehrleute und Herrn
Zschietschmann.
Sie waren schon alle auf Posten, was allerdings noch viel zu
früh
war. Ich sagte ihnen, dass es noch mindestens eine Stunde dauert, bis
der
erste Läufer Eibau erreicht. Eine Frau sagte darauf, dass ja
dann
noch kurz heim kann, um Kaffee zu kochen und eine andere wollte schnell
noch Kuchen besorgen. Es waren noch weitere Feuerwehrleute anzutreffen
und ich freute mich darüber, dass in diesem Bereich wirklich
alles
getan wurde, um den Teilnehmern des „2. Internationalen
Spreelaufes“ einen
angenehmen Einlauf ins Ziel zu bereiten.
Als ich bei einem weiteren Feuerwehrposten eintraf, rief Inge wieder
an. Der Verlauf der Strecke war ihrer Meinung immer noch nicht
eindeutig.
Mir liefen einige Schweißperlen von meiner hohen Stirn und es
kam
ein banges Gefühl auf. Sollte ausgerechnet wenige km vor dem
Ziel
eine Panne passieren? Sie sollte jetzt haargenau nach der
Streckenbeschreibung
verfahren. Horst beruhigte mich ein zweites Mal und auch Inge meldete
sich
kurz darauf mit einer Positivmeldung, puh!
Kurz vor der Spreequelle stieg ich aus meinem Fahrzeug und suchte nach
einem Baum, der breiter war als ich, dieser wurde aber schnell
gefunden.
Gruppen von Fußgängern waren auf dem Weg zum
„Kottmar“ um das
„Spreequellfest“ zu besuchen. Eine Familie blieb an
meinem Fahrzeug stehen
und betrachtete die Aufkleber. Ich machte wieder
ein
glückliches Gesicht und stellte mich ihren Fragen. Sie
berichteten
mir, dass sie den „Spreelauf“ aufmerksam verfolgten
und das ihre Bekannte,
Jana Richter, auch mitläuft. Na klar, Jana Richter lief die
letzte
Etappe mit und wie ich später erfuhr, war sie eine
Weltreisende in
Sachen Sport und laufen.
Im Zielbereich traf ich den „Ortsrumsteher“ Frank
Münnich und den
Moderator Frank Tröger. Es gab noch einiges zu besprechen. Uwe
schenkte
mir schon mal ein „Eibauer“ ein. Dann bereitete ich
mich auf den Zieleinlauf
vor.
Es wurde ein reichhaltiges Programm geboten und das Fest lief bereits
seit 10:30 Uhr mit einem Frühschoppen und Böhmischer
Blasmusik.
Es folgten Tanzgruppen der OKG „Bonanza“, und
Gesang mit den „Spreequellfinken“,
Artistik-Schönbach, das Jugendblasorchester Bautzen, der
Männergesangverein
Obergurig, das Dorfensemble Walddorf und um 17:30 Uhr sollte der
Einmarsch
der Läufer mit anschließender Siegerehrung
stattfinden. Die
Tanzgruppe OKG (Cheerleader) war mit einer Luftballonaktion dabei, dazu
aber später.
Ich bekam einen Anruf, dass unsere Läufer, die nur an der
Schlussetappe
teilnahmen, sich auf der Zielgeraden befanden. Mir war dabei nicht ganz
wohl, denn ich hatte die ersten Drei, also die Spitzenläufer
erwartet.
Wie aber schon gesagt, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, das
sich die Spitzengruppe zurückhielt und einen Dreikampf unter
sich
ausfochten.
Jana Richter, Ralf Noack und Christine Freter kamen gemeinsam als erste
ins Ziel. Der Moderator stellte sie als
„Gastläufer“ vor. Der Gastläufer,
Eberhard Scholze aus Ebersbach, war heute der mit 64 Jahren der
älteste
Teilnehmer. Er legte die Strecke über 50,5 km in 4:53,40
Stunden zurück.
Er war damit in der Gesamtwertung des Tages auf dem 9. Platz
Nach und nach trafen die Teilnehmer einzeln oder in kleinen Gruppen
ein. Jeder wurde mit Beifall empfangen. Zwischendurch wurde immer
wieder
das „Spreeläuferlied“ gesungen. Das
diesjährige „Spreequellfest“
stand im Zeichen des Sports. Die Teilnehmer fühlten sich
angesichts
soviel Teilnahme sehr geehrt.
Dann begannen die Vorbereitungen für den Einmarsch der
Läufer
und Betreuer. Die Cheerleaders nahmen mit großen
Luftballonbündeln
in einer Spalierformation Aufstellung. Mit flotter Musik marschierten
alle
„Spreelaufbeteiligte“ unter dem Spalier der
hübschen Mädchen
mit ihren Luftballons ins Richtung Bühne. Auf der
Bühne wurde
es mit den Musikern und den Teilnehmern recht eng.
Frank Tröger stellte sich vor der Bühne auf
und nahm
die Siegerehrung vor.

Die Sieger erhielten jeder einen großen Pokal, welche von der
Gemeinde Eibau-Walddorf gestiftet wurden. Dazu kamen einige
Sachgeschenke,
von der „Münch-Bräu „ Brauerei
und ein kleines Geschenk vom „Marktgraf
von Spandau“ und Gattin. Sie kostümiert aus der Zeit
von Ludwig des
IV.
Die
Drei Erstplatzierten ließen jeder einen großen Bund
Luftballons
in den Himmel steigen. Dann erfolgte die Siegerehrung der Frauen. Hier
war Frank Tröger etwas zu schnell, denn die Frauen
hätten ebenso
an der Luftballonaktion beteiligt werden müssen. Das ist
leider etwas
untergegangen und ich habe auch nicht reagieren können, weil
ich nicht
wusste, wie es weitergeht. Rut Jäger fragte schon nach, ob im
nächsten
Jahr auch Luftballons vorhanden sind? Gern hätte ich es den
Frauen
auch gegönnt. Wie heißt es aber immer so
schön? Das ist
eben life!
Anschließend nannte ich jeden Teilnehmer und ließ
ihn vortreten.
Zu den meisten sagte ich noch einige Worte. Ich merkte allerdings auch,
dass mir die Zeit im Nacken saß, denn das
„Spreequellfestprogramm“
war noch nicht zu ende und ich musste von der Bühne
verschwinden.
Gern wäre ich noch auf jeden Betreuer eingegangen, aber der
aufmerksame
Beobachter hat sicherlich die Situation erkannt. Sollte ich mich also
bei
irgendjemand nicht ausdrücklich bedankt oder ihn nicht
erwähnt
haben, so lag es nicht in meiner Absicht, sondern in der Zeit die mir
auch
in der übrigen Zeit immer wieder im Nacken saß.
Heute, wo ich
so vor mich hinschreibe, fällt mir doch noch einiges ein, was
ich
alles machen und sagen wollte. Vieles muss aus dem Stegreif gemacht
werden,
es muss improvisiert werden und man ist dann froh, wenn es zum Schluss
hinhaut. Man sollte daher das Gesamtbild betrachten und nicht auf
Einzelheiten,
die einem selbst betreffen.

Frau Kühn vom Skiclub Kottmar bereitete uns ein sehr gutes Abendessen und ein ebenso gut nettes Frühstück. Tölpelhafterweise bin ich mit meinem Auto noch über die Auslaufspur der Skispringer gefahren. Als Sportler hätte mir das nicht passieren dürfen. Herr Kühn machte mich darauf aufmerksam und es war mir recht peinlich.

Ingo Schulze
Wir waren froh mal wieder in Betten schlafen zu dürfen.
Es war schön morgens aufzustehen ohne den Tagesablauf der vergangenen
Tage zu verfolgen. Meine Läufer fragten
allerdings
schon, wann Start ist und wie viel km vor uns liegen!
Der Bus, der die Läufer nach Berlin bringen sollte, wurde kurzerhand für eine Stunde früher bestellt. Nach und nach bewegten sich die Läufer bergab, in Richtung Parkplatz, wo der Bus auf uns warten wollte. Ich hielt immer mal wieder an und fragte, ob jemand mitfahren wollte. Richtige Läufer wollen auslaufen und wenn es bergab geht, was ist dann schon dabei!?
Es war ein Bus für 22 Personen und es wurde zu meiner Überraschung eng. Der Busfahrer versicherte mir aber, dass es kein Problem ist, dann wird das Gepäck halt weiter gestapelt. Der Bus war zur Abfahrt bereit, aber halt, da fehlt noch jemand, ja Vater und Sohn Nickel. Ich fuhr mehrere Male zurück, aber keine Nickels. Klaus-Dieter Hartmann, der den VW Bus von der Firma BRAUN mit nach Berlin nehmen wollte kam mir entgegen und rief mir zu, dass er die Verlorenen dabei hat.
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